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Monday, 14 March, 2011

Eingeschnürt und abgenabelt

Spiralförmige Filamente vollziehen endgültige Zellteilung

 

© Science, 10.1126/science.1201847 (2011)

Aus eins mach zwei: Die Zellteilung ist ein hochkomplexer Vorgang, bei dem zunächst alle Bestandteile der Mutterzelle verdoppelt und dann exakt aufgeteilt werden müssen. Zellbiologen versuchen seit mehreren Jahrzehnten die letzte Phase der zellulären Abnabelung im molekularen Detail zu entschlüsseln. In Kooperation mit den Arbeitsgruppen von Dr. Daniel Gerlich von der ETH Zürich und Dr. Thomas Müller-Reichert von der TU Dresden konnten nun die LMU-Biologen Professor Heinrich Leonhardt und Dr. Lothar Schermelleh erstmals einzelne Komponenten sowie die Struktur der zellulären Teilungsmaschinerie im Bild darstellen. Vor der endgültigen Teilung besteht zwischen den Tochterzellen eine Brücke aus sogenannten Tubulinkabeln. Die LMU-Forscher setzten bei ihrer Arbeit auf ein besonders leistungsstarkes Lichtmikroskop, um zu zeigen, wie diese letzten Verbindungen gekappt und die Tochterzellen abgeschnürt werden. Demnach spielen kontraktile spiralige Filamente bei der eigentlichen Trennung die entscheidende Rolle. „Die Identifizierung dieser Komponenten ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum besseren Verständnis der Zellteilung“, sagt Leonhardt. „Die herausragende Mikroskopietechnik kam aber nicht nur hier zum Einsatz, sondern ist auch maßgeblich für einige andere Projekte zur Struktur und Funktion der Zelle am Biozentrum der LMU.“ Das Mikroskop wurde von amerikanischen Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit den LMU-Forschern entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Lichtmikroskop mit unerreicht hoher dreidimensionaler Auflösung, das auch kleinste Zellstrukturen untersuchen und in Farbe am Computerbildschirm darstellen lässt. (Science, 25. März 2011)

 

Presseinformation der LMU (deutsch)
Publication "Cortical Constriction During Abscission Involves Helices of ESCRT-III–Dependent Filaments"